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«Aber ich, ich komm nicht mehr zurück»
2008, Marianne Halter

12‘10‘ loop
Videoanimation 16:9, mit Ton, als Videoinstallation gezeigt
Auflage: 3 + 2 AE
Musik: Mario Marchisella

In einem Loop ziehen Häuserfassaden an uns vorbei, alle sind unbewohnt und zugemauert. Die Beschriftungen und alten Poster sind französisch, eine Stadt in Frankreich also, Paris? So weit, so bekannt, wenn da nur nicht die Musik wäre und das unbestimmte Gefühl, das uns Bildersequenzen gezeigt werden, die so nicht stimmen können.
Das vermeintlich Banale wird bei Marianne Halter zu einer genau konstruierten Montage von Oberflächen, zu einer Meditation über Urbanität und unser Sehen. Das vermeintlich Allgemeine wird ortsspezifisch (ja, es ist Paris) und zeigt soziale Probleme, die in Frankreich regelmässig für Aufruhr sorgen. Viele der verlassenen Häuser sind teilweise noch bewohnt, das Vermauern und Verbarrikadieren soll Häuserbesetzer abwehren und verunmöglicht gleichzeitig den Bewohnern ein normales Leben. Eine Stadt im Ausnahmezustand?
Der Loop wurde aus vielen Einzelaufnahmen minutiös zusammengesetzt, funktioniert als Verdichtung und Komposition, zeigt uns Paris wie es so nicht ist und legt doch gleichzeitig einen Seinszustand offen, der für eine urbane Gesellschaft von zentraler Bedeutung ist.

Damian Christinger, 2008